(Von Dr. Rainer Schwedt, Februar 2026)
Den Frühjahrseinsatz im letzten Jahr hatte unser Finanzchef Patrick Goedicke mit seinem alten Freund und Studienkollege Oliver Otto im Mai absolviert. Leider musste dann der Einsatz im November mit Dieter Lehmann und meiner Wenigkeit, wegen einer Wadenbeinfraktur in den Januar verlegt werden.
Am 08. Januar sind wir dieses Mal von Windhoek über Swakopmund, nach Sesfontein aufgebrochen. Grund dafür war ein lange geplantes Treffen mit Max Beyer und seiner Frau Irmgard, beides die namibischen Unterstützer der ersten Stunde. Mit der Unterstützung von diesen Beiden haben Dieter Lehmann und ich vor 15 Jahren unseren ersten Hilfseinsatz in Namibia gestartet. Wir waren eine der ersten deutschen Gruppen im Land und haben viel Pionierarbeit geleistet.
Damals noch für eine andere Organisation, war wirklich nicht abzusehen, dass daraus namCare e.V. entstand, was heute die einzige in Namibia tätige zahnärztliche Hilfsorganisation geblieben ist.
Gerne komme ich, nach dem eigentlichen Einsatzbericht, an diesen Punkt zurück !


Sesfontein empfing uns, wie immer überaus freundlich. Auch scheint in den letzten 10 Jahren dort wenig bis nichts an Veränderungen stattgefunden zu haben. Leider gilt das aber auch für Teile unserer Arbeit. Patrick und Oliver klagten schon im Mai letzten Jahres über erhebliche Wasserprobleme in der Klinik.
Ab August erreichten mich dann vermehrt Nachrichten, dass die Klinik völlig ohne Wasser auskommen müsse. Die Verlegung unseres Einsatzes um 3 Monate war da sicherlich nicht förderlich. Kurzum der montägliche Start war eigentlich ein Desaster. Die vor 1,5 Jahren auf unser Betreiben neu installierten Pumpen waren unter einem Berg von Unkraut nicht wieder zuerkennen. Alles war eingehüllt in Unmengen von Kalk – das Wasser dort ist extrem kalkhaltig -, ein schockierendes Bild. Trotz eingehender und umfangreicher Schulung, hat sich niemand der Verantwortlichen vor Ort für die Wartung der Anlage zuständig gefühlt.
Zwei Tage dauerte es, bis die heftig eingeforderten Arbeiten ein geordnetes Behandeln in der Klinik wieder zuließen.
Danach war „business as usual“, viele Extraktionen, öfter Füllungen.
In der zweiten Woche hatten wir dann einen jungen Kollegen aus Opuwo zum Hospitieren zur Seite, was für neue Motivation und Abwechslung sorgte


Ich muss gestehen, Wasserprobleme gibt es zu jedem Einsatz, aber heuer war die Dimension erschreckend und vor allem frustrierend !
Es ist wohl wirklich so, dass die Dinge vor Ort nur unter strikter Leitung funktionieren. Und das ist derzeit nicht gegeben!
Hierzu, siehe auch oben, ist festzustellen, dass das MoU von namCare mit Beginn des nächsten Jahres ausläuft. Bei diesem Einsatz war das addierte Alter der Protagonisten 150 Jahre !! Und leider ist es uns nicht gelungen in der Vergangenheit für entsprechenden Nachwuchs zu sorgen. Wohl gab es hie und da mal Ansätze. Leider sind diese aber alle irgendwie versandet.
Also, wenn Kollegen das hier lesen, wir suchen händeringend Nachwuchs!!
Folglich haben sich die Mitglieder in einer Versammlung im Februar 2026 darauf geeinigt, noch einmal eine Kampagne zu starten um im Frühsommer des Jahres dann eine finale Entscheidung zu fällen.
Statutengemäß ist der Auftrag von namCare e.V. eine Hilfe zur Selbsthilfe zu initiieren. Insofern wäre, nach Ablauf des MoU, eine Übergabe an die örtliche Gesundheitsbehörde zielgerecht.
Verhehlen möchten wir, eigentlich alle Mitglieder, dabei nicht, dass eine damit verbundene, mögliche Auflösung von namCare e.V. jedem von uns ans Herz geht.
Aber es gilt auch der bekannte Bibelvers „alles hat seine Zeit“ !!!

Last but not least:
Besonderen Dank an alle unsere Unterstützer, deren Spenden 1:1 in Sesfontein ankommen !
Im Besonderen den Firmen :
Vocco
Septodent
Fort Sesfontein Lodge
Dr. Rainer.Schwedt
Heusweiler, im Februar 2026
